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Fleisch

Ist der Hund ein Fleischfresser?

Biologisch gesehen gehört der Hund zu der Gruppe der Fleischfresser. Im Laufe seiner Domestikation hat er sich dem Menschen in seiner Ernährungsweise angepasst und so auch sein Fressverhalten verändert.

Hunde sind die älteste domestizierte Haustierart. Sie unterscheiden sich in einigen Merkmalen inzwischen deutlich von ihren Ahnen den Wölfen, nicht zuletzt, weil der Mensch hier züchterisch massiv eingegriffen hat. Die Unterschiede zeigen sich z.B. in der Körper- und Gehirngröße, in der frühen Entwicklung, in der Vielfalt der Fellfarben und -varianten, den Ohrenformen, aber auch in Bezug auf ihr Gebiss, und ihr Ernährungsverhalten.

Schwedische Forscher konnten in einer Anfang 2013 veröffentlichten Studie nachweisen, dass sich diese Unterschiede sogar in den Genen des Hundes wiederfinden: Zum Beispiel gibt es allein zehn Genorte, in denen sich Hund und Wolf unterschieden, die für die Verdauung von Stärke verantwortlich sind: Der Hund kann dies wesentlich effizienter als der Wolf. Er ist daher wesentlich besser an die Aufnahme pflanzlicher Nahrung (und damit das Nahrungsspektrum des Menschen) angepasst.

Das sagt der Experte

"Für die bedarfsgerechte und optimale Versorgung eines Hundes müssen die Rohstoffe auch nach dem Herstellungsprozess eine hohe Verdaulichkeit und hohe Bioverfügbarkeit der Nährstoffe gewährleisten. Fleisch kann ein in diesem Sinne hochwertiger Inhaltsstoff sein, aber „Fleisch“ allein ist kein Garant für Qualität. Pflanzliche Inhaltsstoffe können ebenso hochverdauliche Nährstofflieferanten sein."
Dr. Claudia Rade - Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Das Wichtige an Fleisch sind die darin enthaltenen Aminosäuren.

Fleisch liefert vor allem Proteine (Eiweiße), außerdem Fette, Mineralstoffe, und Wasser. Vitamine sind vor allem in Innereien wie Leber enthalten, und dort vor allem die fettlöslichen. Der Hund hat keinen Bedarf an „Fleisch“. Aber auch wenn man vom Proteinbedarf eines Hundes spricht, ist dies nicht ganz korrekt. Genau gesagt haben Hunde einen Aminosäurebedarf. Aminosäuren sind die „Bausteine der Proteine“. Aus ihnen setzen sich die langen Proteinmoleküle zusammen. Vergleicht man die Proteine aus pflanzlichen mit denen aus tierischen Rohstoffen, so wird man zwar in beiden die gleichen Aminosäuren finden, aber in unterschiedlicher Menge. Das macht den Unterschied in der sogenannten „biologischen Wertigkeit“ (BW) des Proteins aus. Man kann aber nicht sagen, dass Pflanzenprotein jedem tierischen Protein unterlegen ist, was die Qualität angeht. Ein ideales Aminosäureprofil entsteht oft erst durch die Kombination aus beiden.

Entscheidend für die Proteinqualität einer Nahrung sind nicht die Rohstoffe, sondern ihre Verdaulichkeit und ihr Gehalt an den jeweiligen Aminosäuren.


Ist Fleisch im Futter ein Nebenerzeugnis?

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse können von unterschiedlichen Schlachttieren stammen, denen jedoch eines gemeinsam ist: Sie wurden amtstierärztlich untersucht und für den menschlichen Verzehr als tauglich beurteilt.

Definition: Was ist „Fleisch“?
Seit kurzem findet der Fleischbegriff aus dem Lebensmittelrecht auch auf Tiernahrung Anwendung: Fleisch ist demnach reines Muskelfleisch. Alle anderen (zum Teil durchaus hochwertige) Teile eines Schlachttieres sind entweder genau zu bezeichnen (Leber, Lunge, Milz…) oder als tierische Nebenerzeugnisse zu deklarieren. Daher ist der Begriff Fleisch & tierische Nebenerzeugnisse oder „verarbeitetes tierisches Protein“ bei der Tiernahrung korrekt. Begriffe wie „fleischige Brocken“ sind eher irreführend, sagen sie doch nichts darüber aus, ob und wie viel Muskelfleisch im Produkt enthalten ist.

In Deutschland ist es für viele Konsumenten befremdlich sich Innereien, wie z.B. Leber oder Herz als Nahrungsmittel vorzustellen. Deshalb lassen sich nicht alle Körperteile, die für den Verzehr zugelassen sind, auch tatsächlich für die Lebensmittelherstellung nutzen. Für die Vorfahren unserer Haushunde und Katzen gehörten Innereien jedoch von jeher zu den bevorzugten Teilen ihrer natürlichen Beute. Nach erfolgreicher Jagd brechen z.B. Wölfe ihr Beutetier im Bereich des weichen Unterbauches auf, nicht nur, weil dies ein einfacher, knochenfreier Zugang ist sondern auch weil sich dort die energie- und nährstoffreichen, hochschmackhaften Innereien befinden.

Das sagt der Experte

"Viele Innereien weisen eine hohe Nährstoffdichte, ein günstiges Nährstoffprofil und eine hohe Verdaulichkeit auf. Es konnte festgestellt werden, dass Innereien vom Huhn (einschließlich Leber und Herz) eine vergleichbar hohe Proteinqualität wie Geflügelfleisch haben. Die Proteinqualität von Lunge (vom Schwein, Rind oder Schaf) ist sogar besser als die von reinem Fisch oder Hühnerfleisch. Lunge liefert z.B. alle essenziellen Aminosäuren und ist im Nährstoffgehalt vergleichbar mit einem Rinderfilet."

Dr. Claudia Rade - Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Muskelfleisch und Innereien sind schmackhafte, nährstoffreiche Zutaten für Tiernahrung.

Kleinere wildlebende Katzen verspeisen ihre kleinen Beutetiere ganz. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso erstaunlicher, dass Innereien in der Tiernahrung nicht selten den Ruf eines minderwertigen Nebenproduktes – insbesondere im Vergleich mit Muskelfleisch – haben.

Ist ein Futter mit hohem Fleischanteil besser?

Fleisch und tierische Nebenprodukte können sehr hochwertige Inhaltsstoffe einer Hunde- und Katzennahrung sein. Fleisch liefert vor allem hochwertiges Protein, aber auch Fette und Mineralstoffe. Das Interesse des Tierhalters liegt jedoch vor allem darauf, ob Fleisch „die beste Nahrung“ für sein Tier ist.

Muskelfleisch ist eine sehr gute Eiweißquelle. Es deckt jedoch nicht den gesamten Ernährungsbedarf von Hunden und Katzen und eignet sich somit nicht als alleiniges Futter. Fleisch kann hoch verdaulich sein – wenn z.B. der Bindegewebsanteil nicht sehr hoch ist. Fleisch kann demnach die Verdaulichkeit einer Tiernahrung verbessern, muss es jedoch nicht. Auch pflanzliche Proteinquellen können hochverdaulich sein (z.B. Weizengluten). Die Menge ist nicht entscheidend, sondern ob alle essenziellen Aminosäuren (die Einzelbausteine der Proteine) enthalten sind.

Das optimale Aminosäureprofil einer Hunde- oder Katzennahrung wird am ehesten durch einen Mix verschiedener Proteinquellen (tierisch und pflanzlich) erreicht, z.B. Geflügelmehl, pflanzliche Proteinisolate, Hefe und hydrolysierte Proteine. Diese Aufzählung enthält auch Proteinquellen, die sich wiederum durch eine besonders hohe Verdaulichkeit auszeichnen.

Das sagt der Experte

"Hunde haben einen im Vergleich zum Menschen höheren Bedarf an Proteinen (Eiweißen) und damit an den verschiedenen Aminosäuren. Um diesen Bedarf optimal mit einem entsprechenden Aminosäureprofil abzudecken, setzt Royal Canin verschiedene Eiweiße mit unterschiedlichen Aminosäureprofilen ein. Pflanzliche und tierische Proteinquellen können sich dabei hervorragend ergänzen."
Dr. Claudia Rade - Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Hunde und Katzen haben keinen „Fleischbedarf“, sondern einen Eiweißbedarf.

Liest man die Deklaration einer Tiernahrung muss man wissen, dass es für Hund und Katze nur sekundär entscheidend ist, welche Rohstoffe enthalten sind. Entscheidend für das Wohlbefinden unserer Tiere ist die an Alter, Aktivität, Lebensstil, Größe und Rasse angepasste Nährstoffzusammensetzung einer Nahrung, ihre Verdaulichkeit und das Aminosäureprofil der Proteine. Dazu kommen der Gehalt an essenziellen Fettsäuren, die Verfügbarkeit der Mineralstoffe und Vitamine, der Zusatz an „Zellschützern“, den Antioxidanzien, sowie Substanzen, die z.B. die Gelenkgesundheit unterstützen können. Diese Beispiele zeigen, wie die Ernährung Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere unterstützen und fördern kann. Für jeden Nährstoff gibt es unterschiedliche Lieferanten – mal tierische, mal pflanzliche- die sich unterschiedlich kombinieren lassen, um das ideale Nährstoffprofil in der Nahrung möglichst genau zu treffen.

Ist Rohfleischfütterung (BARF) gesünder?

BARF steht für „Bones and Raw Food“ und bezeichnet das Füttern von Hunden und Katzen auf der Basis von Knochen und rohem Fleisch. Ergänzt wird diese Ernährung durch Öle, Gemüse, Obst, Nüsse, Algen, Kräuter und ggf. geringe Mengen Getreide. Wie aus der Bezeichnung hervorgeht, werden alle Zutaten dabei ausschließlich roh verwendet.

Wichtige Vorteile beim BARFen sind die Möglichkeiten zur Begrenzung auf wenige Rohmaterialien (v.a. Eiweißquellen) für Hunde mit Futtermittelallergie und die geringere Energiedichte aufgrund des hohen Wassergehaltes in den frischen Zutaten bei übergewichtigen Hunden und Katzen. Befürworter des Barfens schätzen vor allen Dingen, die Zutaten für die Nahrung selbst aussuchen zu können und ihren Hund „ganz natürlich“ zu ernähren.

Häufig haben sie jedoch keinen Überblick, wie viel von welchem Nährstoff im hausgemachten Futter enthalten ist und ob der Bedarf ihres Hundes oder ihrer Katze damit wirklich gedeckt ist.

Das sagt der Experte

"Grundsätzlich ist es möglich, seinen Hund oder seine Katze auch mit BARF ausgewogen zu ernähren, man sollte hierbei allerdings einige Faktoren berücksichtigen. Das Wichtigste ist, dass der Bedarf an allen lebensnotwendigen Nährstoffen abgedeckt ist. Um sowohl einen Mangel als auch einen Überschuss an Nährstoffen zu vermeiden, sollte man daher am besten eine individuelle Rationsberechnung für sein Tier von einem Ernährungsexperten erstellen lassen."
Dr. Claudia Rade - Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Neben einer sinnvollen Rationsgestaltung beim BARFen besonders wichtig: Die Hygiene.

Als weiterer Faktor ist beim BARFen zu beachten, dass die Hygiene an oberster Stelle stehen muss. Viren und Bakterien (z.B. Salmonellen) sind nicht selten im rohen Fleisch zu finden, und bei der Rohfütterung findet keine Abtötung durch Erhitzen statt. Die Krankheitserreger stellen weniger ein Problem für die roh gefütterten Tiere dar (Hunde scheiden Salmonellen z.B. vielfach nur aus, ohne selbst krank zu werden), wohl aber für die mit dem gebarften Tier zusammenlebenden Menschen: insbesondere sehr alte und sehr junge Familienmitglieder sind gefährdet und solche, bei denen eine Schwächung des Immunsystems vorliegt. Gebarfte Hunde sind nicht generell gesünder als konventionell ernährte. BARFen ohne die notwendige Sorgfalt bei der Hygiene stellt jedoch definitiv ein Gesundheitsrisiko für die Tierhalter und ihre Familie dar.

Kann ich meinen Hund/meine Katze vegetarisch ernähren?

Eine rein vegetarische Ernährung eines Hundes klingt zunächst nicht sehr artgerecht. Dennoch kann ein Hund vegetarisch ernährt werden. Bei der Katze, die ein strikter Karnivore ist, ist im Sinne einer artgerechten Ernährung grundsätzlich von einer vegetarischen oder gar veganen Ernährung abzuraten. Lesen Sie worauf Sie achten müssen, um Ihrem Hund bei vegetarischer Ernährung alle Nährstoffe, die er benötigt, zur Verfügung zu stellen.

Hunde sind „fleischorientierte Allesfresser“ und somit weder obligatorische Fleischfresser, wie Katzen noch echte Allesfresser, wie der Mensch. Eine fleischlose Ernährung ist von daher grundsätzlich machbar, auch wenn sie klar die Vorlieben des Tierhalters über die natürlichen Ernährungsbedürfnisse des Hundes stellt. Allerdings benötigt ein Hund dauerhaft ein Aminosäureprofil, das mit pflanzlichen Rohmaterialien allein schwer zu erreichen ist.
Die Verwendung von Milchprodukten und Eiern hilft, diese Lücke zu schließen. Auch der Bedarf an Kalzium wird häufig unterschätzt und muss ergänzt werden.

Das sagt der Experte

"Wenn Sie Ihren Hund vegetarisch ernähren wollen, müssen Sie einen Ernährungsplan für ihn mit einem spezialisierten Tierarzt erstellen und abstimmen. Ein regelmäßiger Check ihres Vierbeiners ist ebenfalls wichtig, um etwaige Mangelerscheinungen sofort zu erkennen und den Plan daraufhin anzupassen."
Dr. Claudia Rade - Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Vegan für Hund und Katze: geht es auch ganz ohne tierische Erzeugnisse?

Eine vegane Ernährung berücksichtigt die ethischen Grundsätze des Tierhalters, nicht unbedingt die Ernährungsbedürfnisse von Hunden und Katzen. Für Katzen, Welpen und trächtige oder säugende Hündinnen ist eine vegane Ernährung jedoch nicht geeignet. Eine Abdeckung ihres hohen Bedarfs an Protein, Kalzium und Phosphor ist besonders wichtig, und ohne tierische Komponenten in der Ration kaum zu realisieren. Katzen haben einen höheren Proteinbedarf und benötigen als strikte Fleischfresser bestimmte Nährstoffe, die nur in tierischen Geweben zu finden sind (z.B. Taurin, Arachidonsäure und Viatmin A). Ziehen Sie in jedem Fall einen auf Tierernährung spezialisierten Tierarzt zu Rate, bevor Sie eine vegane Ernährung für ihren Hund erwägen.
Quellenangabe
www.was-braucht-mein-tier.de

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