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Ernährungsmythen

Wahr oder falsch: Ernährungsmythen bei Hund und Katze

Machen auch Sie sich Gedanken um die Ernährung Ihres Vierbeiners? Damit sind Sie nicht allein – immer mehr Tierbesitzer wollen Ihre Tiere artgerecht und ausgewogen füttern. Doch wer nach Informationen sucht, trifft häufig auf zahlreiche Behauptungen und Mythen: Getreide sei Allergieauslöser Nummer eins, Trockenfutter enthielte neben Konservierungsmitteln zu viel Zucker und sei für Katzen vollkommen ungeeignet. Wir gehen zehn weitverbreiteten Ernährungsmythen auf den Grund, entlarven Märchen und klären Fakten.

1. Fleisch ist die beste Nahrung für Hund und Katze. Sein Anteil bestimmt die Qualität des Futters. Wahr oder falsch?

Falsch. Was stimmt ist, dass Hunde und Katzen zu den Fleischfressern zählen. Ihr Verdauungstrakt ist so gestaltet, dass sie die Hauptbestandteile von Fleisch – Eiweiß und Fett – sehr gut verdauen können. In freier Natur fressen Sie allerdings kein Fleisch, sondern erlegte Beutetiere, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes „mit Haut und Haar“. Nur durch die Aufnahme des ganzen Tieres inklusive Knochen, Blut, Organen, Darminhalt mit darin enthaltenen Faserstoffen sowie Körperfett können sie ihren kompletten Nährstoffbedarf decken. Faserstoffe sind zum Beispiel wichtig, da sie u. a. die Darmbewegung und damit die Verdauung anregen. Hunde haben Ihre Ernährung im Zuge der Domestikation mehr und mehr dem Nahrungsspektrum des Menschen angepasst, in dem die Kohlenhydrate eine große Rolle spielen. Fest steht: Eine Ration, die nur aus Fleisch besteht, ist nicht vollwertig. Im Gegenteil, sie führt zu Mangelerscheinungen. Fleisch liefert zwar hochwertiges Protein, für die Gesunderhaltung bedarf es aber zahlreicher weiterer Nährstoffe (z. B. Vitamine, Spuren- und Mengenelemente).

2. Ist das ideale Futter für Juckreizpatienten getreidefrei?

Juckreiz hat viele Gesichter, nicht immer steckt eine Allergie gegen Futterkomponenten dahinter. Häufig sind auch Parasiten, hormonelle Imbalancen, bakterielle Infektionen oder Umweltantigene der Auslöser. Getreide an sich enthält keine „Juckstoffe“, Tiere können aber auf das enthaltene Protein einer Getreidesorte allergisch reagieren. Eine Allergie richtet sich jedoch nicht pauschal gegen jedes Getreide oder Getreideprodukt. Manche Tiere vertragen z. B. Weizen, aber keinen Mais. Studien konnten zeigen, dass Getreideeiweiße nicht häufiger allergen sind, als tierische Eiweiße. Ob Ihr Haustier von einer Futtermittelallergie betroffen ist, kann der Tierarzt mit einer sog. Ausschlussdiät herausfinden. Bestätigt diese den Allergieverdacht. muss geklärt werden, welche der Futtermittelkomponenten Ihr Vierbeiner nicht verträgt. Eine Getreideallergie per se gibt es nicht, ein Tier kann empfindlich auf das Eiweiß einer bestimmten Getreidesorte reagieren.

3. Ist Getreide nur ein billiger Füllstoff?

Getreide ist ein richtiges Kraftpaket: Es liefert Hund und Katze gut verfügbare Energie in Form von Kohlenhydraten. Diese sind in der Ernährung der Tiere zwar kein Muss, sie schaden ihnen aber auch nicht. Bei kommerzieller Tiernahrung wird die Stärke im Verarbeitungsprozess mithilfe von Druck und Wärme so aufgeschlossen, dass sie für die Tiere gut verdaulich. Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass sich die Gene des Hundes im Zuge seiner Domestikation zum Haushund so verändert haben, dass er Stärke besser verdauen kann, als sein Vorfahr, der Wolf. Bei einer kohlenhydratfreien Fütterung muss der Energiebedarf ausschließlich über Eiweiß und Fett gedeckt werden – dies kann den Stoffwechsel belasten. Für Tiere mit Leber- und Nierenkrankheiten sowie säugende Hündinnen sind Kohlenhydrate als Energieträger unverzichtbar. Lediglich bei Diabetikern sollte ihr Gehalt reduziert werden.

Quellenangabe

ROYAL CANIN Tiernahrung GmbH & Co. KG | www.royal-canin.de

Jacqueline

Expertin für Hunde- und Katzenernährung unter Berücksichtigung des Stoffwechsels

4. Lässt zu viel Protein meinen Welpen zu schnell wachsen?

Nein. Wie schnell ein Welpe in die Höhe schießt, hängt nicht mit Eiweißgehalt der Nahrung, sondern mit der aufgenommenen Gesamtenergie zusammen. Fett liefert, z. B. mehr Energie, als Eiweiß oder Kohlenhydrate. Je größer die Portionen, desto mehr Kalorien enthalten sie. Je energiereicher ein Hund frisst, desto schneller nimmt er zu und erreicht seine Endgröße. Diese ist im Übrigen genetisch festgelegt und nicht durch die Fütterung beeinflussbar. Um ein zu schnelles Wachstum und die daraus resultierende Skelettbelastung durch ein zu hohes Körpergewicht zu vermeiden, sollte die Futtermenge so kalkuliert werden, dass Energie- und Nährstoffbedarf optimal gedeckt sind, ohne dass eine energetische Überversorgung entsteht. Gerade in den ersten Lebensmonaten ist es sinnvoll, Wachstum und Gewichtsentwicklung konsequent zu überwachen: Wiegen Sie Ihren Junghund regelmäßig und tragen Sie das Gewicht in eine Wachstumskurve ein! Gemeinsam mit Ihren Tierarzt können Sie den Wachstumsverlauf besprechen und ggf. die Futtermenge anpassen. Wächst der Hund zu schnell, muss die Energiezufuhr gedrosselt werden.

5. Zerstört die industrielle Herstellung wichtige Nährstoffe?

Um eine ausreichende Keimabtötung zu garantieren, müssen tierische Inhaltsstoffe im Futter immer auf Temperaturen von 130 Grad erhitzt werden. Bei der Herstellung von Trockennahrung wird meist das sogenannte Extrusionsverfahren eingesetzt: Unter Einsatz von Druck und Wärme wird die Futtermischung durch eine Düse in verschiedene Formen gepresst und anschließend getrocknet. Eine weitere Methode ist die Kaltpressung. Bei dieser Herstellungsform werden Temperaturen von 60 Grad verwendet, wobei tierische Komponenten in einem Pre-processing-Schritt auf 130 Grad erhitzt werden müssen. Feuchtnahrung erhält ihre Haltbarkeit mittels Hitzesterilisation im sog. Autoklaven. Druck und Hitze können unterschiedliche Auswirkungen haben: Durch die Veränderung der chemischen Struktur wird im Falle von Stärke eine bessere Verdaulichkeit erreicht. Vitamine, vor allem B-Vitamine und Folsäure, leiden hingegen unter den hohen Temperaturen. Aus diesem Grund vor dem Herstellungsprozess vitaminreiche Futterkomponenten, wie Leber sowie Vitamine, zugesetzt. Dies garantiert, dass der Bedarf der Tiere über die gesamte Haltbarkeitsdauer gedeckt ist.

6. Wie schädlich ist Zucker im Futter?

Bei der Herstellung von Feuchtnahrung wird Zucker teilweise als technologischer Hilfsstoff eingesetzt, da er der Farbe und dem Aroma zuträglich ist. Dafür sind allerdings nur verschwindend kleine Mengen von unter einem Prozent im Produkt nötig. Diese haben keine negativen Auswirkungen, z. B. auf die Gesundheit von Gebiss oder Bauchspeicheldrüse. Sie müssen also nicht befürchten, dass Diabetes durch Zucker in Tiernahrung ausgelöst wird.

Wussten Sie, dass Katzen, im Gegensatz zu Hunden, Süße überhaupt nicht schmecken können? Den Stubentigern fehlen die entsprechenden Geschmacksrezeptoren – mit zuckrigen Speisen können sie nicht zum Fressen verführt werden.

Süßigkeiten haben auf dem Speiseplan Ihrer Vierbeiner nichts verloren. Es handelt sich dabei um kalorienreiche Lebensmittel, die außer Energie kaum Nährstoffe liefern. Sie wissen ja sicher, dass Schokolade für Hunde und Katzen sogar giftig ist! Belohnen Sie Ihren Vierbeiner lieber mit ein paar Extra-Streicheleinheiten und einem langen Spaziergang.

Quellenangabe

ROYAL CANIN Tiernahrung GmbH & Co. KG | www.royal-canin.de

Christiane

Hundeerziehung und Katzenernährung

7. Lösen Konservierungsstoffe Allergien aus?

Bei Konservierungsmitteln handelt es sich um technologische Zusatzstoffe. Sie werden vor allem halbfeuchten Futtermitteln zugegeben, um das Wachstum von Mikroorganismen, wie Schimmelpilzen und Hefen, zu mindern. dabei handelt es sich häufig um Säuren, z. B. Propionsäure und ihre Salze. Feuchtnahrung schützt ein etwas anderer Herstellungsprozess bereits vor dem Verderb, darum müssen ihr keine Konservierungsmittel zugesetzt werden. Die chemischen Moleküle der Konservierungsmittel sind in der Regel sehr klein und einfach aufgebaut, weshalb das Abwehrsystem der Tiere sie nur äußerst selten als fremd erkennt und allergisch reagiert. Um für das Immunsystem „interessant“ zu werden, müssten sie sich erst mit größeren Molekülen verbinden. Zudem werden Konservierungsmittel schon vor der Zulassung sehr streng auf ein mögliches Allergiepotenzial geprüft.

8. Macht Trockenfutter Katzen krank?

Nein. Es ist nicht das Trockenfutter, das zum Beispiel Harnsteine oder Nierenerkrankungen begünstigt, sondern eine zu geringe Wasseraufnahme. Wenn Ihre Katze sehr wenig trinkt, sich kaum bewegt und selten Urin absetzt, kann dies negative Konsequenzen. Als Erbe ihre Wüsten bewohnenden wilden Vorfahren können Katzen ihren Harn stark konzentrieren und sind unter Umständen „trinkfaul“. Deshalb sollte immer darauf geachtet werden, dass stets ausreichend frisches Wasser zur Verfügung steht und die Katzen in Bewegung bleiben. Mäklige Trinker können eventuell durch Trinkbrunnen oder mehrere Wassernäpfe aus verschiedenen Materialien (z. B. Keramik, Metall) zu einer höheren Wasseraufnahme animiert werden. Trockenfutter kann auch eingeweicht angeboten werden. Hat der Tierarzt bei Ihrer Katze Harnsteine festgestellt, sollten Sie sich über die angepasste Fütterung beraten lassen. Um die die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen, kann die Umstellung auf Feuchtnahrung sinnvoll sein, da sie zu etwa 80 Prozent aus Wasser besteht (Trockennahrung nur zu etwa 10 Prozent).

9. Wie bekömmlich ist eine Mischung aus Feucht- und Trockenfutter?

Bei der Fütterung von Alleinfuttermitteln ist garantiert, dass sowohl Energie- als auch der Nährstoffbedarf Ihrer Vierbeiner gedeckt ist. Sie müssen nur die richtige Futtermenge nach Gewicht, Alter und Aktivität Ihres Tieres zuteilen. Obwohl Feuchtnahrung in der Regel anders zusammengesetzt ist als Trockennahrung (mehr Protein und Fett, weniger Kohlenhydrate), gibt es keine großen Unterschiede in ihrer Verdaulichkeit (= Aufschließbarkeit): Sie sollte bei mind. 80, besser 90 Prozent liegen. Aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen, beide Futterarten zu kombinieren. Schlechten Fressern schmeckt eine Mischung oft einfach besser. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Energiezufuhr den Energiebedarf der Tiere nicht übersteigt, da sie sonst an Gewicht zunehmen. Feuchtnahrung enthält weniger Kalorien pro 100 Gramm als Trockennahrung, da der Wassergehalt höher ist. Ebenso sollte auf individuelle Vorlieben und Verträglichkeiten eingegangen werden. Wenn der Kot sehr wich ist, die Tiere unter Blähungen leiden oder Durchfall zeigen, vertragen sie unter Umständen die Geliermittel oder bindegewebigen Eiweißquellen nicht, die in Feuchtnahrung häufig enthalten sind. 10. Wie viel Abwechslung brauchen Hund und Katze bei der Ernährung?

Viel Besitzer sorgen sich, dass sich ihre Vierbeiner langweilen, wenn sie ihnen stets das gleiche Futter vorsetzen. Diese Sorge ist allerdings unbegründet. In freier Wildbahn ist das Nahrungsangebot für die dort lebenden Fleischfresser auch nicht immer abwechslungsreich. Sie fressen im Wesentlichen Beutetiere, Hunde auch pflanzliches Material, denn ihre Verdauung ist anpassungsfähiger. Häufige Futterwechsel können den Magen-Darm-Trakt durcheinanderbringen, da er sich an neue Inhaltsstoffe und veränderte Nährstoffgehalte gewöhnen muss. Zudem kann eine neue Nahrung bei Tieren mit einer Vorliebe für Neues zu einer erhöhten Futteraufnahme führen und Übergewicht begünstigen. Eine Besonderheit bei Katzen ist, dass in den ersten Lebensmonaten eine Nahrungsprägung stattfindet. Sie bevorzugen demnach das Futter, welches sie als Welpen kennengelernt haben und sind beim Fressen richtige Gewohnheitstiere. In dieser Prägungsphase ist es sinnvoll, unterschiedliches Futter (Feucht- oder Trockennahrung, Selbstgekochtes) anzubieten damit im späteren Katzenleben die Umstellung auf ein Diätfutter keine Probleme bereitet, falls sie nötig werden sollte. Dennoch: So lange Ihr Vierbeiner gesund ist und Sie ein altersgerechtes Futter gewählt haben, braucht es keinen Wechsel.

Quellenangabe

ROYAL CANIN Tiernahrung GmbH & Co. KG | www.royal-canin.de

Romy
Hundeerziehung und Katzenernährung

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